Bedarfshalt Kommunismus – Was wäre, wenn alles anders wäre?

Total gestresst von Konkurrenz und Leistungsdruck in der Schule oder im Job? Schon wieder keine Zeit zum Ausschlafen, Freund*innen treffen oder das machen, worauf man wirklich Bock hat?
Lasst uns im Kleinen schauen, wie es aussehen könnte „wenn endlich alles anders wird“ (Bini Adamczack).
Der Kommunismus folgt keinen Fahrplänen, er kommt nur, wenn wir Stopp sagen und beginnen unser Zusammenleben selbst zu gestalten:

Auf dem PfiCa 2019 wollen wir daher vier Tage so leben, wie es uns gefällt: Ob wir Lust haben, in Workshops und Lesungen über die befreite Gesellschaft zu diskutieren, entspannt bei Sonnenschein im See abzuhängen, am Lagerfeuer utopische Pläne zu schmieden, oder rauschende Partys und Konzerte zu feiern: Probieren wir das gute Leben doch einfach mal aus!


KULTUR! UND BILDUNG! FÜR EUCH! – DAS PROGRAMM 2019

Das Programm vom Pfingstcamp 2019 wird hier fortlaufend aktualisiert.

Bereits zugesagte Workshops:

Einführung in die Theorie des Kommunismus

Nicht wenige von uns sind sich einig, dass der Kapitalismus gescheitert ist. Viele unserer Kämpfe zielen darauf ab, den Kapitalismus schlussendlich abzuschaffen. Doch wofür kämpfen wir eigentlich? Oft hört man dann Begriffe wie Sozialismus oder Kommunismus. Nur was kann sich mensch unter Kommunismus eigentlich vorstellen? Klar, ein paar Phrasen kennen wir vielleicht. Darüber hinaus erfährt man auch in heutigen Theoriedebatten wenig darüber, wie eine kommunistische Gesellschaft aussehen könnte.
In diesem Workshop möchten wir daher die Grundideen des kommunistischen Versprechens herausarbeiten und ein Verständnis dafür entwickeln, warum diese Bewegung über viele Jahre eine solche Faszination auf Millionen von Menschen ausgeübt hat.
Im zweiten Teil des Workshops werden wir jene Grundzüge des Kommunismus dann mit unseren Fragen und Einwänden konfrontieren. Gerade auch die einfachen Fragen, die wir uns vielleicht manchmal nicht zu stellen trauen, sollen hier ihren Raum finden. Mögliche Anknüpfungspunkte für eine Diskussion wären: Ist der Kommunismus wirklich umsetzbar? Scheitert er nicht an der menschlichen Natur? Wie soll die Vergemeinschaftung von Produktionsmitteln aussehen? Wer entscheidet, was produziert und wie es verteilt wird? Hat sich der Kommunismus angesichts des autoritären Charakters realsozialistischer Staaten nicht diskreditiert? Wie müsste die kommunistische Theorie 2019 weiterentwickelt werden? Wie sähe das Verhältnis von Individuum und Kollektiv aus? Lässt sich Freiheit und Gleichheit miteinander versöhnen und staatlicher Zwang verhindern? Und warum überhaupt Kommunismus? Ist Anarchismus nicht viel besser?

4 in 1 – one 4 all?

Als konkrete feministisch- sozialistische Utopie formulierte Frigga Haug ihren Entwurf der 4-in-1 Perspektive. Schwerpunkte dabei sind eine grundsätzlich andere Gestaltung von Lohn- und Sorgearbeit ausgelöst in 4 zu 1. Im Workshop wollen wir uns mit den Grundzügen dieses Entwurfs vertraut machen und sein Für und Wider diskutieren.
Vorkenntnisse sind nicht notwendig.
Steffen hat mal Politikwissenschaft studiert, um es dann mangels 1 Perspektive wieder sein zu lassen. Er interessiert sich für Utopien im Kleinen wie im Großen.

Demo-Sanitäter*innen

What the fuck ist eine stabile Seitenlage?

Ihr kennt das alle bestimmt. Massenhaft Pfefferspray in den Augen, durch Bierflaschen Schnittwunden am Bein, oder einer*m Genoss*in wird schwarz vor Augen. Gemeinsam wollen wir herausfinden wie wir effektiv Erste-Hilfe leisten können bis die Demosanitäter*innen oder der Rettungsdienst kommt. Gemeinsam mit Mischa von den Left-wing Demonstration Medics wollen wir das erlernen. Er ist nicht nur Demosanitäter sondern auch Rettungssanitäter im Krankentransport und Rettungsdienst und wird uns für die nächste schwierige Situation vorbereiten

Was muss ich bei der Ersten Hilfe tun?
Was machen eigentlich diese bunten Sanis auf Demos?
Das alles finden wir heraus. Denn nur solidarisch können wir was erreichen
Wir lernen:

– Stabile Seitenlage
– Verbände anlegen
– Augen ausspühlen
– Wiederbelebung
– Tragen von Personen

ende gelände

It‘s gettin hot in here …

Der Klimawandel ist längst keine dystopische Zukunftsperspektive, sondern ist bereits in vollem Gange. Aus einer Klimakrise kann nicht nur die größte ökologische Krise, sondern auch die größte soziale Krise der Menschheit werden. In diesem Vortrag soll es um einen kurze Betrachtung der derzeitig bereits ablaufenden Klimakatastrophe gehen, sowie einen Ausblick darüber wie wir dennoch handeln können, um für Klimagerechtigkeit zu streiten. Dazu wird im Besonderen auf die nächste Massenaktion von Ende Gelände im Rheinland eingegangen. Also lasst uns nicht nur darüber diskutieren, was der Klimawandel alles anrichtet, sondern vor allem darüber, wie wir Klimawandelverursacher, wie RWE gemeinsam blockieren können.

… so let‘s block it here.

Behindertenfeindlichkeit im Rap

SXTN ist eine weibliche Rapcombo bestehend aus Juju(geb. 20.11.1992 in Berlin) und Nura(geb. 24.12.1988 in Kuwait-City), die aufgrund ihrer Texte und ihres Auftreten das Mainstream-Hiphop-Bild aus feministischer und antirassistischer Sicht positiv verändert haben. Auf der anderen Seite reproduzieren sie behindertenfeindliche Vorurteile, indem sie Wörter wie „Spasti“ und „behindert“ in eine negative Konnutation setzen.
Leon (Inklusionsaktivist) wird mit euch einzelne Texte von SXTN bzw. Juju oder Nura analysieren und einen Diskurs führen, über Flow, Spastis und kotzen im Club.

Aktionstraining

Was nehmen wir mit auf Demos? Wie organisieren wir uns am besten und
worauf müssen wir achten? Das Demo- und Aktionstraining soll euch und
eurer Bezugsgruppe helfen euch für die kommenden Demos zu wappnen. Dafür
üben wir die Organisation in Bezugsgruppen, die schnelle
Entscheidungsfindung, sprechen über den Umgang mit der Polizei und
Repressionen und probieren verschiedene Möglichkeiten aus Polizeiketten
zu durchfließen und Sitzblockaden zu organisieren. Der Workshop richtet
sich an Neulinge und alle, die ihr Wissen auffrischen wollen.

Anarchismus

Kommunismus, oder „Industrielle Demokratie“, wie einige Anarchosyndikalist*innen es nannten, das war die Utopie, nach der Millionen von Menschen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts strebten. Was ist Anarchosyndikalismus? Wie sah die Welt aus, die sich seine Anhänger*innen vorstellten und für die sich so viele leidenschaftlich einsetzten? Der Workshop befasst sich mit der Geschichte und den grundlegenden Ideen dieser anarchistischen Bewegung. Wie können sich die Arbeiter*innen selbst organisieren, ohne auf Bosse oder politische Parteien angewiesen zu sein? Und können diese organisatorischen Ansätze und Handlungsformen auch im 21. Jahrhundert noch funktionieren?

Designt und druckt eure eigenen Postkarten!

In diesem praktischen Workshop werdet ihr die Technik des Linoldrucks kennen lernen. Ihr könnt damit euer eigenes Postkarten-Design herstellen und drucken. Die Postkarten könnt ihr vor Ort an Freund*innen als Grüße vom Pfingstcamp verschicken oder als kleine Erinnerung mit zu Hause nehmen.

Identitäre Bewegung und Geschlechter

Die Identitäre Bewegung Deutschland ist eine rechtsextreme Jugendbewegung, die unter einem modernen Mantel ethnische Apartheid anstrebt. Durch Vermischung der Völker und Kulturen entstehen globale Konflikte – so die IB. Mit Kampagnen, inspiriert durch antifaschistische, linke Gruppen, treten sie immer wieder in der Öffentlichkeit auf. In dem Workshop soll es um ihre Ideologie, Strukturen und Netzwerke und Kampagnen gehen. Gerne werfen wir noch einen Blick auf ihr Familien- und Geschlechterbild und die weibliche Seite der Identitären Bewegung.

Hausprojekte und das Mietshäuser Syndikat

Wir, zwei Bewohner von Mietshäuser Syndikatsprojekten in und um Potsdam berichten von unseren Erfahrungen beim Gründen, Sanieren und Finanzieren von Hausprojekten und den dazugehörenden Gruppenfindungsprozessen. Wir möchten euch das Mietshäuser Syndikat vorstellen und das darin existierende Solidaritätsprinzip erklären. Weiterhin wollen wir mit euch diskutieren, was diese Haus- und Wohnprojekte mit Kapitalismuskritik zu tun haben und was es aus unserer Sicht schwierig macht, mit diesem einen Konzept ein gutes Leben für alle zu gewährleisten. Wir freuen uns auf euch!