Programm-Beschreibungen

Freitag 18.30-20.00 Uhr Podiumsdiskussion

Corona-Krise – Verstärkte Ungleichheiten oder Möglichkeitsfenster für gesellschaftliche Transformation?

Auf unserem Podium möchten wir mit drei Gästen aus Bewegung, Partei und Gewerkschaft diskutieren, welche Schlussfolgerungen sich für eine linke Politik aus der Corona-Krise ziehen lassen. Es soll darum gehen, den Zusammenhang zwischen Corona-Politik und gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnissen aufzuzeigen und darüber zu diskutieren, wie linke Antworten auf die nun bevorstehenden Herausforderungen aussehen könnten. Lassen sich aus der Krise die Weichen für eine für eine grundlegende gesellschaftliche Transformation stellen? Was muss dafür passieren? Welche konkreten Schritte sind dafür zu gehen?

Unter anderem mit Isabelle Vandre, Landtagsabgeordnete Die Linke, dem Bündnis „Wer hat, der gibt – Bündnis für Umverteilung“ und Daphne Weber, Parteivorstand Die Linke


Samstag Vormittag 10.30-13.00 Uhr (parallele Sessions)

Klimagerechtigkeit

Die Klimakrise betrifft uns alle, aber wir sitzen nicht alle im selben Boot. Ansteigende Meeresspiegel, Dürren, Stürme und andere Auswirkungen bedrohen bereits jetzt das Leben von Menschen im globalen Süden. Die Klimakrise trifft also vor allem die Menschen, die am wenigsten dazu beitragen: Menschen aus dem globalen Süden, Frauen*, finanziell schlechter gestellte Menschen. Verantwortlich für diese Auswirkungen sind jedoch Länder des globalen Nordens und der ökologische Fußabdruck wohlhabender und privilegierter Menschen.

Referent:innen: Kipppunkt Kollektiv

Privilegien – gecheckt! Und nun? – von Critical Whiteness zu Antirassismus

Im vergangenen Jahr wurde viel über Rassismus geredet, geschrieben und gelesen. Polizeigewalt problematisiert, Privilegienläufe abgeschritten, Kacheln gepostet. Und trotzdem leidet die Diskussion über Rassismus in Deutschland im Mainstream an kollektiver (oder konsensualer?) Sprachverwirrung und Uneinigkeit, worüber man eigentlich spricht: „Ich sehe keine Farben und sage nicht das N-Wort – bin ich damit antirassistisch?“ Ist Rassismus vor allem ein AfD- und Nazi-Problem? Ist Schwabenhass im Prenzlauer Berg Rassismus? 
Die Diskussion kommt deswegen nicht vom Fleck, weil jede*r etwas anderes unter Rassismus und Antirassismus versteht – und das obwohl es seit über 40 Jahren sehr fundierte Antirassismusforschung von Schwarzen Personen und People Of Colour im deutschsprachigen Raum gibt. In diesem Workshop sollen daher grundlegende Begriffe zu Rassismus erarbeitet, kontextualisiert und in Zusammenhang gesetzt werden: Woher kommt die Sprachverwirrung in der Rassismus-Debatte und inwiefern ist sie Bestandteil der rassistischen Logik? Was hat Rassismus mit Kolonialismus zu tun? Was ist der Unterschied zwischen nicht-rassistischem und antirassistischem Verhalten – und warum ist er wichtig? Warum gibt es keinen Rassismus gegen weiße Menschen? 
Für den Workshop ist kein Vorwissen sondern lediglich die Bereitschaft zum gemeinsamen Austausch und Lernen nötig. Zudem soll der Workshop ein prozessorientier Raum sein, in dem ihr eure eigenen Fragen mitbringen könnt und miteinander teilen könnt. Diejenigen, die sich für eine Workshopteilnahme interessieren, sind herzlich eingeladen, sich bereits im Vorfeld die Frage zu stellen: „Ist Rassismus die Norm oder die Ausnahme?“ Auf diese Frage werden wir im Laufe des Workshops zurückkommen.“

Referent: Quang Nguyễn-Xuân ist studierter Politikwissenschaftler, Soziologe und Europäischer Ethnologe und freiberuflicher politischer Bildungsreferent für (u.a.) Rassismuskritik aus postkolonialer, intersektionaler Perspektive.

Deutsche Wohnen enteignen

Keine Rendite mit der Miete – wir fordern die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne mit einem Bestand von mehr als 3.000 Wohnungen! Warum wir die Miete nicht dem freien Markt überlassen dürfen, wie die Vergesellschaftung möglich ist, auf welcher gesetzlichen Grundlage das eigentlich geschieht und nicht zuletzt wie ihr selbst aktiv werden und Unterschriften sammeln könnt erfahrt ihr in diesem Workshop!

Referentin: Lisa, seit mehreren Jahren im Jugendverband Linksjugend [’solid] Berlin und diversen Bündnissen aktiv, thematische Schwerpunkte aktuell Klimagerechtigkeit, Stadtpolitik und das „wie“ der Veränderung.

Samstag Nachmittags, 14.30-17.30 Uhr (parallele Sessions)

„Es geht nicht nur um (bestimmte) Frauen“ – Workshop zum Austausch über trans* inter* nicht-binären und queer-inklusive Feminismen

In diesem Workshop werden wir uns mit dem Thema Feminismen beschäftigen. Dazu werden wir folgende Fragen bearbeiten: Was bedeutet der Begriff Feminismen? Was sind (aktuelle) Ziele von Feminismen? Wie können feministische Kämpfe inklusiver gedacht und gestaltet werden für z.B. trans* inter* nicht-binären und queere Personen? Wie kann gemeinsam gehandelt, sich bestärkt, verbündet werden? Der Workshop findet in deutscher Lautsprache statt und ist offen für alle Geschlechter.

Veranstaltet von: queer_topia*(queertopia.blogsport.de, ig,fb: queer_topia*).

Kritische Männlichkeit(en) – Ernste Spiele des Wettbewerbs vom Schulhof bis ins Plenum

Im Workshop „Kritische Männlichkeit(en)“ soll es nach einer kurzen Einleitung in die Frage: „Was ist/sind Männlichkeit(en) und wieso lohnt eine Auseinandersetzung?“ um die Reflektion eigener Alltags- und Sozialisationserfahrungen[1] gehen. Das Konzept der „ernsten Spiele des Wettbewerbs“ soll anhand eigener Erfahrungen verstanden und die dadurch verinnerlichten Mechanismen erkannt und hinterfragt werden. Abschließend soll sich damit beschäftigt werden, wie Männlichkeit(en) unsere Gruppen- und Politstrukturen beeinflussen. Der WS ist für alle offen, die Lust haben über Männlichkeit(en) nachzudenken und eigene Erfahrungen mit und durch Männlichkeit(en) zu betrachten.

Referent: Karl Freikamp, Falken Berlin


[1] Sozialisation=Prägung der Identität/des Selbst durch die Umwelt